PDF-Notendateien in SharpEye verwenden

Einführung

Das Notenscanprogramm SharpEye dient dem Einlesen und Erkennen von gedruckten Notenblättern, so daß sie in einem Notenprogramm wie PriMus weiterbearbeitet, arrangiert, transponiert oder einfach nur abgespielt werden können.

SharpEye erhält seine Daten entweder direkt vom Scanner oder über das Laden von Bild-Dateien. Die Bild-Dateien müssen im Tiff- oder Bmp-Format vorliegen. PDF-Dateien können dagegen nicht eingelesen werden.

Nun liegen aber mittlerweile mehr und mehr Noten frei verfügbar im Internet als PDF-Dateien vor. Es wäre also wünschenswert, daß SharpEye auch mit diesen Daten umgehen könnte. Was also tun?

Die Holzhammer-Methode wäre: Die PDF-Datei komplett ausdrucken und dann die einzelnen Blätter über einen Scanner in SharpEye einlesen und verarbeiten. Dieser Weg ist möglich, aber er ist auch recht umständlich und zeitaufwendig.

Schneller und einfacher geht es mit einer Methode, die wir in diesem Tutorial vorstellen wollen.

Das Prinzip

Das Prinzip ist einfach: Mit einem PDF-Anzeigeprogramm erzeugen Sie aus den Seiten der PDF-Datei einzelne Bild-Dateien im TIFF-Format. Diese Bild-Dateien können dann von SharpEye geladen und erkannt werden. Das Erkennungsergebnis schreibt SharpEye in eine MusicXML-Datei, die schließlich von PriMus importiert werden kann:

Ablaufschema.png

Was Sie brauchen

Es gibt zahlreiche kostenlose Programme zur Erzeugung und Umwandlung von PDF-Dateien. Wir benutzen in dieser Anleitung das Programm PDF-XChange-Viewer. Wo Sie es bekommen und wie sie es installieren, können Sie in einer separaten Anleitung nachlesen, die auf der Columbus-Soft-Homepage im Service-Bereich verfügbar ist.

Sofern Sie das Notenscanprogramm SharpEye noch nicht besitzen, können Sie es als 30-Tage-Testversion hier herunterladen: https://www.columbussoft.de/SharpEye.php.

Das Besondere an dieser Testversion ist, daß sie 30 Tage lang ohne jede Einschränkung verwendet werden kann. Insbesondere ist das Speichern der Erkennungsergebnisse möglich. Hierdurch können Sie den kompletten Vorgang bis zur Weiterverarbeitung in PriMus durchführen und sich damit einen realistischen Eindruck verschaffen, wie viel Zeit und Mühe ihnen SharpEye ersparen kann.

So geht es

Öffnen Sie den PDF-XChange-Viewer und laden Sie die PDF-Datei mit dem Notenblatt:

Klicken Sie mit der linken Maustaste auf “Datei”, fahren Sie dann herunter auf “Export”, rechts hinüber und klicken Sie “als Bild…” an.

Es erscheint eine Einstellungsmaske, in der die Art des Bildes bestimmt werden kann. Führen Sie darin folgende Einstellungen durch (siehe rote Pfeile unten):

  1. Bildformat: klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Pfeil nach unten (direkt neben dem Text) und wählen dann “TIFF – Tag Image File Format” aus (siehe unten).

  2. Zielordner: Bestimmen Sie hier, wohin die zu exportierende Tiff-Datei abgespeichert werden soll (indem Sie rechts auf die Schaltfläche “Wählen…” klicken und dann den gewünschten Ziel-Ordner einstellen).

  3. Dateiname: Tragen Sie hier den Dateinamen der zu exportierenden Tiff-Datei ein oder wählen Sie ein Makro aus ( Klick rechts auf die Schaltfläche “Makros”). Das Makro “” setzt z.B. den Namen der PDF-Datei ein (siehe unten).

  4. Auflösung: Hiermit wird festgelegt, wie “feinkörnig” die Noten in dem Bild dargestellt werden sollen. Der normale Wert hierfür sind 300 dpi. Er funktioniert gut, wenn die Notensysteme in der PDF-Datei etwa Normalgröße haben (d.h. wenn sie 6-7mm hoch sind). Sind sie kleiner, dann ist die Auflösung im Gegenzug zu vergrößern. Bei Chornoten oder Partituren kann dann z.B. ein Wert von 400 dpi passend sein.

Klicken Sie anschließend noch auf die Schaltfläche “Optionen”. Es erscheint folgendes Fenster:

Aktivieren Sie auf der linken Seite der Tabelle mit einem Klick den Eintrag Image type und klappen Sie mit einem Klick auf den Pfeil rechts die das Auswahlfeld herunter

Wählen Sie den Eintrag “1 (Black & White)” aus und bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf “OK”.

Der Eintrag Compression ist normalerweise auf no Compression voreingestellt, wodurch die Bild-Daten unkomprimiert geschrieben werden. Das ist im Prinzip in Ordnung und kann von SharpEye problemlos eingelesen werden. Allerdings nehmen unkomprimierte Bilddateien erheblich mehr Platz weg als komprimierte. Daher empfiehlt sich eine komprimierte Abspeicherung, sofern man mit vielen Bilddateien zu tun hat. Von den angebotenen Kompressions-Optionen funktioniert die erste (CITT modified Huffmann RLE ) mit SharpEye. Bei den übrigen kann es dagegen sein, daß SharpEye eine Fehlermeldung bringt und das Laden verweigert.

Nun sind alle Einstellungen getätigt und Sie können den Export der Tiff-Datei (per Klick auf die Schaltfläche “Export”) durchführen.

Weiterverarbeitung in SharpEye

HINWEIS: Die folgende Beschreibung dient nur zur Veranschaulichung des kompletten Vorgangs. Die Handhabung von SharpEye und PriMus wird in den mitgelieferten Handbüchern ausführlich beschrieben.

Starten Sie das Notenscanprogramm SharpEye. Wählen Sie im Menü “Datei” den Eintrag “Öffnen Bild…” aus und suchen Sie die zuvor erzeugte Tiff-Datei auf.

Im gelben Eingangs-Fenster von SharpEye erscheint jetzt der Inhalt der Tiff-Datei (siehe unten). Per Mausklick auf die Schaltfläche mit dem blauen Pfeil startet die Notenerkennung.